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Fraport verkaufen


21.12.2006
Postbank Research

Bonn (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Postbank Research, Heinz-Gerd Sonnenschein, rät unverändert zum Verkauf der Fraport-Aktie (ISIN DE0005773303 / WKN 577330).

Das Chemiewerk Ticona des Celanese-Konzerns liege in der Einflugschneise der geplanten Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens. Diese Lage der Fabrik habe unter anderem die Störfallkommission als gefährlich und nicht vereinbar mit den Ausbauplänen des Flughafens eingestuft. Eine weitere Verzögerung bei der Flughafenerweiterung, deren Fertigstellung zunächst für 2007 geplant gewesen sei, habe sich damit abgezeichnet. Fraport habe sich Ende November dieses Jahres mit Celanese über den Rückbau des Chemiewerkes verständigt. Die Produktion solle Mitte 2011 eingestellt werden. 2015 werde Fraport dann Eigentümer des Grundstücks. Fraport habe damit eine wichtige Hürde zum geplanten Ausbau genommen. Wäre die Einigung über den Rückbau von Ticona nicht zustande gekommen, hätte sich der Ausbau nach Schätzungen von Fraport um weitere drei bis sieben Jahre verzögern können.

Fraport werde Celanese mit 650 Mio. Euro für die Schließung von Ticona nach Einschätzung der Analysten großzügig entschädigen. Das Grundstück habe lt. Fraport nur einen Wert von 60 Mio. Euro. In der Kostenrechnung zur Errichtung der neuen Landebahn und des neuen Terminals seien für zwingende bauliche Veränderungen im Chemiewerk bisher lediglich 200 Mio. Euro veranschlagt gewesen. Die Gesamtkosten für den geplanten Ausbau würden sich durch diese Zahlung um knapp 400 Mio. Euro auf ca. 3,8 Mrd. Euro erhöhen.

Ohne die baldige Errichtung der neuen Landebahn befinde sich der Frankfurter Flughafen nach Einschätzung der Analysten bald auf der Standspur und die großen internationalen Flughäfen würden an den Frankfurtern vorbeirauschen. Auch München könne den Abstand verkürzen. Die Kapazitätsgrenzen bei Starts und Landungen seien heute schon weitgehend ausgeschöpft. Dies bestätige auch das Management. Die Wünsche von Fluggesellschaften nach attraktiven Start- und Landezeiten könnten immer weniger erfüllt werden. Auch beim Passagierwachstum verliere Frankfurt im internationalen aber auch deutschen Vergleich zunehmend an Boden. Die beiden anderen europäischen Großflughäfen London und Paris würden ihre Passagierzahlen im Rahmen der Zuwächse des globalen Luftverkehrsaufkommens steigern. Diese Zuwachsraten erreiche der Frankfurter Flughafen nicht.


Während sich das weltweite Passagieraufkommen in den ersten neun Monaten 2006 lt. der International Air Transport Association (IATA) um 5,9% im Vorjahresvergleich erhöht habe, habe der Frankfurter Flughafen nur einen mageren Zuwachs der Passagierzahlen von 1,0% erreicht. Für das Gesamtjahr 2006 rechne der Vorstand mit einem Plus von 1%. Der Vergleich zeige, dass Frankfurt mit jedem Jahr, das die neue Landebahn später zur Verfügung stehe, nicht nur potenzielle Kunden sondern auch Millionenbeträge an Einnahmen verliere bzw. schon verloren habe.

Zunächst sollte die geplante Landebahn Nordwest 2007 in Betrieb gehen. Nach 2009 und 2010 rechne der Vorstand unter normalen Umständen nun mit der Fertigstellung der neuen Landebahn Ende 2011. Dieser Termin sei aber noch nicht in trockenen Tüchern, denn auch nach der Einigung mit Celanese befänden sich noch einige, aber wohl kleinere Stolpersteine auf dem Weg bis zur endgültigen Genehmigung zur Errichtung der neuen Landebahn. Aber auch sie könnten die Fertigstellung weiter verzögern. Gegen den Planfeststellungsbeschluss, der Ende 2007 vorliegen dürfte, seien zum Beispiel diverse Gerichtsverfahren zu erwarten.

Für das Geschäftsjahr 2006 werde Fraport eine deutliche Ergebnissteigerung von rd. 30% ausweisen. Diese deutliche Ergebnissteigerung sei einer ersten Abschlagszahlung aus dem Manila-Projekt und einer verminderten Steuerquote zu verdanken. Fraport würden anteilig aus der Abschlagszahlung der philippinischen Regierung in Höhe von 60 Mio. US-Dollar knapp 23 Mio. Euro zufließen, die in 2006 voll ergebniswirksam seien. Operativ gestalte sich die Unternehmensentwicklung bei einem kalkulierten Umsatzwachstum von 2% eher verhalten. Die Kapazitätsprobleme am Frankfurter Flughafen würden auf die operative Entwicklung des Konzerns ausstrahlen. Mehr als drei Viertel der Umsätze würden in Frankfurt erwirtschaftet.

Ohne Sonderfaktoren werde Fraport nach Einschätzung der Analysten bis zur Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest im Vergleich der großen europäischen Flughäfen eher unterdurchschnittliche Umsatz- und Gewinnsteigerungen ausweisen. Die bessere Vermarktung der Immobilien des Konzerns dürfte sich zwar in den nächsten Jahren in steigenden Überschüssen der Sparte bemerkbar machen. Allein die meisten Immobilienprojekte befänden sich noch im Aufbau und auch die Attraktivität des Immobilienstandorts Flughafen Frankfurt sei eng mit dem erfolgreichen Ausbau der Kapazitäten verknüpft.

Aufgrund der aufgezeigten Punkte und der im internationalen Vergleich weiterhin hohe Bewertung, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, bleibt die Empfehlung der Analysten von Postbank Research für die Fraport-Aktie unverändert bei "verkaufen". Das Kursziel sehe man unverändert in einer Spanne zwischen 48 und 52 Euro. (21.12.2006/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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